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Böhmke & Co, Braunschweig

Da bin ich doch über ein wunderschönes, altes Messingobjektiv gestolpert und mußte sofort zuschlagen.
Soweit nichts ungewöhnliches an der Geschichte.

Die Bezeichnung der von einer anmutigen Patina überzogenen Scherbe ist: C. Böhmke & Co, Braunschweig #5 No. 657 und natürlich begann ich sofort mit einer Recherche im Netz. Doch leider fand sich im deutschen Internet quasi nichts dazu.

C. Böhmke & Co, Braunschweig #5 No. 657

Braunschweig deutete allerdings auf einen eventuellen Zusammenhang mit Voigtländer hin, da sich die Firma 1849 mit einer Zweigstelle ebenda ansiedelte. Auf amerikanischen Seiten wird nun berichtet (oder auch spekuliert), dass Böhmke ein ehemaliger Angestellter Voigtländers sei, der sich gegen 1870 selbsttändig gemacht und Kameras produziert hat. Die Ähnlichkeit der Schriftzüge auf den Objektiven deutet jedenfalls auf eine Nähe zu Voigtländer hin. Gegen 1880 soll nun Voigtländer gegen Böhmke und evtl. auch andere Kamera-, Objektiv- und Apparatehersteller in Braunschweig wie Häring, Kranz, E. Trappe und Müller erfolgreich geklagt haben, denn hier verliert sich zumindest die “optische” Spur Böhmkes.
Bestimmt wäre dies eine recherchierenswerte Story in den Archiven Braunschweigs aber auch Voigtländers.

Doch (sollte dies alles der Wahrheit auch nur nahe kommen), passierte dann mit Böhmke & Co.?

Im deutschen Internet findet sich wiederum wenig bis nichts. Im amerikanischen, unter Auferbietung sämtlicher möglicher Rechtschreibfehler, entdecke ich eine weiter Spur: Ab 1882 ist in Cleveland, Ohio eine Firma namens Kuhl, Boehmke & Co. aktiv, welche allerdings anstatt einer Kameramanufaktur einen Wein- und Spirituosenhandel betrieb. Da heute in Cleveland über 20% der Einwohner deutsche Wurzeln haben, ist die Annahme, dass Böhmke nach einem gescheiterten Prozeß in die Staaten auswanderte nicht unwahrscheinlich, zumal er es zu einem vielleicht bescheidenen Wohlstand gebracht haben dürfte, der ihm sowohl Überfahrt als auch Firmengründung ermöglicht hat.

1886 verliert sich diese rein spekulative Spur erneut, doch wenn ich schon im Reich der unbewiesenen Tatsachen befinde, läßt sie sich 1888 in San Francisco, California wieder aufnehmen. Knappe 3.000 Meilen westwärts, 2 Jahre später beginnen hier KUHLS, SCHWARKE & CO. ihren “Goldwater O K”, “Kuhl’s Old Cliff” und “Log Cabin” zu destillieren, Whiskey, der heute noch in Kennerkreisen einen Namen hat.

Ende der 1910er Jahre ist auch hier Ende der Timeline – die Prohibition beginnt in den Staaten …

Was bleibt? Ein Objektiv, welches hoffentlich schnell den Weg zurück über den Atlantik findet und eine phantastische Geschichte, die mich hoffentlich immer begleiten wird, sobald ich mit diesem Messing-Glas-Brocken versuche, eine Aufnahme zu machen.

PS: Sollte jemand weitere Informationen zur Firma Böhmke & Co. oder dem damaligen Umfeld haben – immer her damit!

Mein Buchtipp: Neue Geschichte der Fotografie.

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Kamera der 18. Woche ist die Kodak Retina I. Die ersten Fotos sind ziemlich überbelichtet und ich habe sie teilweise sehr hart ausgearbeitet,  woraus das doch kräftige Korn resultiert.

Kodak Retina I Typ 141 mit Kodak TRI-X in Caffenol-C (Rotationsentwicklung):

Kodak Retina I Typ 141 mit Kodak TRI-X in Caffenol-C (Rotationsentwicklung)

Kodak Retina I Typ 141 mit Kodak TRI-X in Caffenol-C (Rotationsentwicklung)

Kodak Retina I Typ 141 mit Kodak TRI-X in Caffenol-C (Rotationsentwicklung)

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Wie schon erwähnt, habe ich immo kaum Zeit für ausgiebige Fototouren – nichtsdestotrotz ein letztes Foto mit der Holga – 120WPC.

Holga-120WPC mit Fuji Acros in Caffenol-C (Rotationsentwicklung) – 4 Minuten Belchtungszeit:

Holga 120 WPC mit Fuji Acros in Caffenol-C (Rotationsentwicklung)

Fazit:

Ein Fazit zu ziehen ist nicht ganz einfach, da ich die Holga doch zu wenig ausgeführt habe. Ich versuche es trotzdem.

Die 120WPC ist eine gute und vor allem sehr günstige Lochkamera mit einem klasse Blickwinkel und einem ansprechenden Format. Die auf der Rückseite angegebenen Belichtungszeiten funktionieren recht gut und lassen sich auch problemlos für andere ISO-Werte umrechnen.
Das Pinhole läßt mit 0.3mm noch recht angenehme Belichtungszeiten zu – allerdings wäre hier für eine bessere Schärfe evtl. ein kleineres Loch (0.2mm) bestimmt kein Nachteil.
Die starke Vignettierung an den äußeren Rändern läßt sich mit ein wenig Handarbeit (Abnehmen des “PlastikRings” am Pinhole) ein wenig verbessern – immerhin ^^
Kaufen! :)

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Kodak Retina I (Typ 141)

Über die Kodak Retina I und noch in stärkerem Maße die komplette Retina-Serie könnte man vermutlich einen Roman verfassen, was ich dem geneigten Leser an dieser Stelle erspare ^^.

Kodak Retina I Typ 141

Nur soviel – die Balgenklappkameras namens Retina wurden in zahlreichen Grundmodellen (Retina bis Retina IIIc) zwischen 1934 und 1960 in Stuttgart von Kodak hergestellt. Insgesamt wurden über 1.5 Millionen Retinas verkauft, so dass diese Kamera zu den wohl meistverkauften weltweit zählen dürfte.

Die einzelnen Grundmodelle (hier Retina I) wurden zudem noch in verschiedenen Varianten (Typen) produziert, welche sich durch verwendete Materialien, Ausstattungen, Objektive, Farben und diverse Änderungen an der Mechanik unterscheiden.

Kodak Retina I Typ 141

Von der hier gezeigten  Retina I Typ 141 wurden lediglich ca. 32.000 Stück gebaut, so dass sie als relativ selten anzusehen ist. Sie kam ca. 1937 in den Handel und kostete 75 Reichsmark. Wenn man einen  Stundenlohn von 57-78 Reichspfennigen zugrunde legt, ist ersichtlich, dass eine solche Kamera schon eine nicht unerhebliche Investition darstellte.
Neu an Typ 141 war im Gegensatz zu den Vorgängermodellen (der Retina I) der in das Gehäuse integrierte Auslöser. Auch war neben dem Sucher schon ein Zubehörschuh vorgesehen (Selbstmontage), welcher aber so ungünstig lag, dass es dafür extra einen erhöhten Zubehörschuh zu kaufen gab ^^

Kodak Retina I Typ 141

Tiefenschärfenskala am Gehäuseboden

Die Retina I Typ 141 gab es wiederum mit verschiedenen Objektiven und ab 1938 wurde sie auch als Typ 143 komplett in schwarz angeboten.

Okay – ich hör ja schon auf *g*

Technische Daten:

  • BalgenKlappKamera für Kleinbildfilm (135)
  • Objektiv: Kodak-Anastigmat Ektar f:3.,5 F=5cm
  • 2 Entfernungsskalen am Objektiv
  • keine Doppelbelichtungssperre
  • Compur-Verschluß mit T,B, 1s – 1/300s
  • Durchsichtssucher ohne Parallaxenausgleich
  • ins Gehäuse integrierter Auslöser
  • Anschluß für Drahtauslöser
  • Stativgewinde
  • Tiefenschärfenskala am Gehäuseboden

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Agat 18

Es gibt Kameras, an denen kann man (zumindest ich) nicht vorbeilaufen. So ging es mir mit der AGAT 18. Neben dem wirklich günstigen Gebrauchtpreis sprang mir sofort die knallgelbe Plastik-Einstellscheibe am Objektiv in’s Auge. Gekauft! :D

Die AGAT 18 ist eine Halbformatkamera für Kleinbildfilm (135). Sie wurde in den 80er bis mindestens Ende der 90er Jahre in der Sowietunion bzw. Russland produziert. Meine Agat wurde laut Bedienungsanleitung/Garantiekarte am 10.03. 1988 gekauft.

AGAT 18

Es gibt 2 Versionen dieser Kamera. Die hier vorliegende AGAT 18 hat eine Filmempfindlichkeitseinstellung, welche noch in der russisch/sowietischen Norm “Gost” angegeben wird, wobei die Gost-Werte knapp unter den heute üblichen ASA-Werten liegen. Also 90 Gost entsprich ca. 100 ASA. Die AGAT 18 hat Filmempfindlichkeitseinstellungen von Gost 22-350 (also ASA 25 – ASA 400).
Die später produzierte AGAT 18K benutzt die internat. üblichen ISO/ASA-Einstellung mit einem erweiterten Bereich von ISO 25 – ISO 1600 und hat im Gegensatz zur ersten Version eine B-Einstellung für die Belichtungszeit.
Ansonsten sollten beide Kameras weitgehend identisch sein.

Die Belichtungseinstellung funktioniert im Prinzip ähnlich wie bei der bereits beschriebenen SMENA SL. Nach erfolgter Einstellung der Filmempfindlichkeit (und damit der Festlegung auf eine fixe Belichtungszeit) stellt man auf eine “Umgebungslichtsymbol” zwischen “See/Sonne” und “Bewölkung/Regen”, womit man die Arbeitsblende festlegt. Dies sollte recht gut funktionieren.

Nun muß man nur noch die Entfernung schätzen und am berühmt/berüchtigten Industar-104 2,8/28 einstellen und auslösen :)

Technische Daten:

  • Halbformatkamera für Kleinbildfilm (135) für 72 Aufnahmen je Film
  • Objektiv: Industar-104 2,8/28mm
  • Naheinstellgrenze ca. 90cm
  • Filmempfindlichkeitseinstellung von GOST 22 bis GOST 350 (entspricht ca. ISO 25 – ISO 400)
  • Belichtungzeiten (sich aus den Belichtungseinstellungen ergebend) von 1/64 bis 1/256
  • Anschluß für Drahtauslöser
  • Stativgewinde
  • Blitzschuh mit Mittenkontakt
  • Doppelbelichtungssperre

Die AGAT 18 wird demnächst im Rahmen meiner 52-Kamera-Aktion zum Einsatz kommen.

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Die letzte Woche habe ich tagsüber hauptsächlich im Auto verbracht und bin mit meiner Band von Gig zu Gig gefahren – keine besonders guten Vorraussetzungen für ein ausgiebiges fotografieren mit einer Lochkamera.
So werde ich diese Woche mit 2 Kameras fotografieren, um wenigstens im Zeitplan zu bleiben.

So ist also als erste Kamera der Woche eine Holga-120WPC am Start.

Ich habe die Kamera ein wenig mit durchsichtigem Klebeband modifiziert, was ich schon lange mal probieren wollte.

Holga-120WPC mit Rollei Digibase CN 200 PRO (C-41):

Holga-120WPC mit Rollei Digibase CN 200 PRO (C-41)

Holga-120WPC mit Rollei Digibase CN 200 PRO (C-41)

Holga-120WPC mit Rollei Digibase CN 200 PRO (C-41)

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Holga-120WPC

Die Holga 120 WPC ist eine Panorama-Lochkamera von Holga für Rollfilm (120). Der Blickwinkel beträgt 120° bei einem Seitenverhältnis von 1:2 (6×12cm). Alternativ gib es eine zusätzliche Maske für 6×9cm.

HOLGA-120WPC

Die Holga 120 WPC ist ein ziemlicher Joghurtbecher – billiges Plastik (entsprechend leicht), bringt aber (bei einem unschlagbaren Preis) alles nötige zur Pinholefotografie mit: Anschlüsse für Drahtauslöser und Stativ, eine eingebaute Wasserwaage und Markierungen zum ungefähren Einschätzen des Blickwinkels. Neben dem für die beiden Formate umschaltbaren Filmtransportfenster befindet sich auf der Rückseite der Kamera eine Belichtungstabelle (bei ASA 100).
Das Pinhole hat einen Durchmesser von ca. 0.3 mm wodurch sich eine Blende von ca. f135 ergibt.

Typisch für die Holga ist die starke Vignette, welche sich wohl durch “Entfernen” des Plastikrings um das Pinhole reduzieren läßt.

Insgesamt viel Kamera für wenig Geld und durch das ansprechende Format eine unbedingte Empfehlung für Lochkamerafreunde!

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Ein letztes Foto – wieder TRI-X in Caffenol-C:

Mamiya 645 J mit TRI-X in Caffenol-C (Rotationsentwicklung)

Fazit:

Um ins Mittelformat einzusteigen ist die Mamiya 645 ideal. Mit Handgriff ist sie sehr ergonomisch zu halten und kräftigt nebenher die Armmuskulatur. Die Belichtungsmessung ist (mit Handgriff) relativ umständlich, da man den Belichtungsknopf (auf der rechten Seite des Prismensuchers) nur mit Übergreifen der linken Hand erreicht (klingt jetzt irgendwie komisch – ist aber so :D ).
Es gibt etliche verschiedene Bauweisen und massenhaft Zubehör – natürlich auch sehr gute Objektive.

Ich hätte mir gern mehr Zeit für diese Kamera genommen doch so konnte ich leider nur an der Oberfläche kratzen.

However – die Kamera der 17. Woche ist schon mit einem Film bestückt und wartet auf ihren Einsatz.

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Weitere Fotos mit der Mamiya 645 J.

Mamiya 645 J mit Kodak TRI-X 400 in Caffenol-C (Rotationsentwicklung):

Mamiya 645 J mit Kodak TRI-X 400 in Caffenol-C (Rotationsentwicklung)

Mamiya 645 J mit Kodak TRI-X 400 in Caffenol-C (Rotationsentwicklung)

Mamiya 645 J mit Kodak TMAX 100 in Caffenol-C (Rotationsentwicklung):

Mamiya 645 J mit Kodak TMAX 100 in Caffenol-C (Rotationsentwicklung)

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Auch diese Woche waren Zeit und Gelegenheit die limitierenden Faktoren – schade eigentlich, denn die Mamiya 645 ist wirklich eine schicke Cam.

Zur Kamera liefere ich Foto(s) und Beschreibung nach – nur soviel: Spiegelreflexkamera im Mittelformat (6×4.5cm), Prismensucher mit Belichtungsmessung, Winder. Zur Verfügung steht mir ein Mamiya-Sekor 150mm 1:3.5 also ein leichtes Tele. Die Mamiya 645 J ist schon ein ganz ordentlicher Brocken. Durch den Handgriff läßt sie sich aber recht gut halten.

Zuerst ein paar Fotos eher technisch-experimenteller Natur – eine Pushentwicklung mit Caffenol-C (unter Zugabe von Kaliumbromid). Naja – so richtig zufrieden bin ich da noch nicht – die Negative sind doch recht flau und das Korn ist selbst fürs Mittelformat schon gewaltig.

Mamiya 645 J mit Kodak TRI-X bei ISO6400 (Pushentwicklung)  in Caffenol-C:

Mamiya 645 J mit Kodak TRI-X bei ISO 6400 (Rotationsentwicklung)

Mamiya 645 J mit Kodak TRI-X bei ISO 6400 (Rotationsentwicklung)

Mamiya 645 J mit Kodak TRI-X bei ISO 6400 (Rotationsentwicklung)

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